Die Hunde hatten es besser bei diesem Vater Die Hunde waren im warmen Wohnzimmer, die Kinder froren nebenan bei 2 Grad
"Draußen liegt doch genug Holz herum, die können doch selber heizen", erklärt Peter D. (40), Vater von Leon und Rosario. Während er das sagt, tätschelt er liebevoll Hundedame Ginger. Sie ist einer von fünf Hunden der Familie, die zwischen Hühnern und Gänsen mit auf dem Grundstück leben. Teures Futter für die Hunde
Den Tieren erging es offensichtlich besser als den eigenen Kindern des arbeitslosen Elektroinstallateurs. Auch die Rüden Cäsar, Oskar, Percy und Rammstein hockten mit in der warmen Küche, als die Polizei die Kinder aus ihrem Elend befreite. Trotz Hartz IV gab es teures Kraftfutter. Seine beiden Jungen hält der Vater offensichtlich für selbständig. Auf die schrecklichen Zustände im Kinderzimmer angesprochen, zuckt er nur mit den Schultern: "Im Kindergarten müssen sie doch auch aufräumen. Und wenn sie ihr Bett kaputtmachen, ist das ihr Problem."
Mit zerschlissener Kleidung schickten die Eltern ihre beiden Jungen trotzdem täglich in den Kindergarten "Pusteblume". Die Mutter Sandra T. (29) verließ selten das Haus, überließ die Erziehung ihrem Lebensgefährten. Oft sollen die Kinder ungewaschen gewesen sein. "Aber sie wurden deswegen aber nicht von den anderen Kindern gemieden", so Jugendamtsleiterin Andrea Staek. Dem Amt zufolge habe man immer wieder den Kontakt zur Familie gesucht. "Alle zwei Monate schickten wir Mitarbeiter vorbei, die Eltern ließen aber niemanden ins Haus." Der letzte Besuch war kurz vor Weihnachten, die Kinder bekamen die Mitarbeiter aber auch hier nicht zu Gesicht.
Doch das Elend von Leon und Rosario wuchs nicht im Verborgenen. Auch Nachbarn wurden Zeugen. Athanasios V. (26): "Die Kinder spielten oft ohne Schuhe zwischen dem ganzen Hundedreck auf dem Grundstück, selbst im Herbst trugen sie nur ein dünnes T-Shirt auf dem Leib."
Jetzt sind Leon und Rosario in Sicherheit. Eine Pflegefamilie kümmert sich liebevoll um sie. Bis zur gerichtlichen Anhörung der Eltern hat das Jugendamt das Sorgerecht für die Jungen. Trotzdem verlangt Peter D. seine Söhne zurück. "Ich bin doch ein guter Vater." Die Staatsanwaltschaft sieht das anders, ermittelt wegen des Verdachts der Vernachlässigung Schutzbefohlener.
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Vater Peter D. (40) spielt liebevoll mit seinen Hunden und versteht die Aufregung um seine Kinder nicht Foto: Eric Richard
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